ProfNet Internet-Studie focussiert Fotobranche 98 11.9.1998

Gestochen scharfe Einstellung auf Foto-Web-Präsenz

Dortmund/Hannover Mit der ersten und einzigen wissenschaftlichen Studie über die Internet-Präsenz der deutschen Fotobranche geht das ProfNet Professoren Netzwerk erneut an die Öffentlichkeit. Aktuell zur photokina Köln vom 16. bis 21. September legen die Internet-Experten des ProfNet Instituts für Internet-Marketing ihre repräsentative Branchenstudie vor. 135 Internet-Auftritte mit deutschsprachigen Internet-Seiten wurden wissenschaftlich unter die Lupe genommen.

Rang

Unternehmen

Gesamt

1

CAA

63

2

Sony

59

3

Leica

58

4

Apple

55

5

Digitaleyes

53

5

Epson

53

5

gfa-Videotechnik

53

8

Imageplus

52

8

Adobe

52

10

Martin

51

10

Minolta

51

10

Panasonic

51

10

Hama

51

10

Fujifilm

51

15

Technikdireck

50

16

ADF

49

16

Danka

49

17

Elsa

48

17

GM-Bildproduktion

48

 

Durchschnitt alle Unternehmen

38

Im Fokus des Interesses stand für das ProfNet Projektteam Internet des Dortmunder ProfNet Instituts für Internet-Marketing die Kundenfreundlichkeit der einzelnen Auftritte. Für die wissenschaftliche Leitung konnte Prof. Dr. Hans Gühlert, Fachbereich Wirtschaft der Fachhochschule Hannover, gewonnen werden. Der Experte für Marketingforschung und allg. Betriebswirtschaftslehre: "Die Fotobranche hat die mit dem innovativen Medium verbundenen Chancen grundsätzlich erkannt, wenngleich nicht voll ausgeschöpft." Mit durchschnittlich 38 von 100 möglichen Punkten ein im ProfNet Branchenvergleich befriedigendes, dennoch ausbaufähiges Ergebnis.

Insgesamt nur 135 von ca. 5000 Unternehmen sind im Internet präsent, nur eine verschwindende Anzahl hat einen eigenen Internet-Auftritt. Nicht nur die klassischen Hersteller von Kameras, Blitzgeräten und Objektiven, sondern auch die Hersteller von Film, Papier, Chemie und anderem Zubehör wurden analysiert. Abgerundet ist die Studie durch eine Untersuchung der Hersteller von Projektoren und Software für Bildbearbeitung und professioneller Mediatechnik. Die Web-Präsenz dieser Unternehmen unterzog das ProfNet-Team einer dezidierten Analyse aufgrund von über 85 Kriterien. Das Bewertungsmuster, ausgearbeitet in Zusammenarbeit mit Prof. Gühlert, war ausschlaggebend für Plus- und Minuspunkte in den klassischen ProfNet-Disziplinen Layout, Handling, Inhalte und Interaktivität. Sieger im ProfNet-Vergleich ist der Software-Händler CAA mit 63 von 100 möglichen Punkten vor Sony (59 Punkte) und Leica (58 Punkte).

Auch wenn das Branchenergebnis zufriedenstellend ist, fehlt aus Sicht der Internet-Experten eine konsequente Kundenorientierung. Wenn die analysierten Unternehmen schon ihre Produkte anpreisen, sollte der Internet-Kunde doch zumindest die Möglichkeit haben, diese auch per Mausklick zu ordern oder einen Link auf einen entsprechenden Händler vorfinden. Diesen online-spezifischen Service bieten nur die wenigsten.

Ebenfalls in der Minderheit sind diejenigen, die mit aktuellen Infos zur photokina in Köln aufwarten. Das paßt in das negative Bild der brancheneigenen Öffentlichkeitsarbeit. Der Internet-Surfer sucht nach Presseberichten bzw. Infos für die Presse meistens vergeblich. Cookies zur Kundenidentifikation sind ebenso Mangelware wie die Möglichkeiten für den Kunden, sein Wünsche oder auch seine Kritik gegenüber dem Unternehmen zu äußern. Marktforschung im Internet lautet dazu das Stichwort.

Wartet die Fotobranche zur photokina erneut mit technisch immer ausgefeilteren und raffinierteren Produkten auf, steckt der kundenorientierte Vertrieb im Internet noch in den Anfängen. Prof. Gühlert abschließend: "Digitale Produkte, die nach wie vor eher analog verkauft werden".