Nutzfahrzeughersteller auch im Internet auf Achse?

Dortmund/Hannover- Nutzfahrzeughersteller auch im Internet auf Achse? Diese Frage hat sich das ProfNet Projektteam Internet des Dortmunder ProfNet Instituts für Internet-Marketing gestellt. Aktuell zur IAA Nutzfahrzeuge in Hannover legen die Wissenschaftler ihre neue Studie zum Internetauftritt der Nutzfahrzeughersteller vor. Für die wissenschaftliche Leitung konnte Prof. Dr. Franz Peren von der Fachhochschule Rhein-Sieg gewonnen werden. Der Experte hält mit dem Trendergebnis der Studie nicht hinter dem Berg: "Die renommierte Branche der Nutzfahrzeughersteller zeigt sich im Netz der Netze weit weniger innovativ, als vermutet".

Rang

NFZ Unternehmen

Gesamt

1

Setra

63

1

Volkswagen Nutzf.

62

3

MAN-Nutzfahrzeuge

60

4

Cargobull-Schmitz

58

5

Opel

57

5

Borco-Höhns

57

5

Toyota-Deutschland

57

8

Neoplan

56

8

Skoda

56

10

Still

55

11

Iveco

54

12

Mercedes-Benz-Nutzf.

53

12

Subaru Deutschland

53

12

Volov

53

15

Amazone

52

16

Jungheinrich

49

16

Mannesmann-Dematic

49

18

Zunhammer

45

 

Durchschnitt alle Unternehmen

38

Insgesamt nur 71 Nutzfahrzeughersteller von ca. 280 haben bislang den Weg ins Internet gefunden. Neben den klassischen Vertretern dieser Branche, wie den Herstellern der "Brummis", Omnibusse, Anhänger und Sonderfahrzeuge wurde die Liste der Unternehmen mit denen der Landmaschinenhersteller vervollständigt.

Die Web-Präsenz dieser Unternehmen unterzog das ProfNet-Team einer dezidierten Analyse aufgrund von über 80 Kriterien. Das Bewertungsmuster, ausgearbeitet in Zusammenarbeit mit Prof. Peren, war ausschlaggebend für Plus- und Minuspunkte in den klassischen ProfNet-Disziplinen Layout, Handling, Inhalte und Interaktivität. Sieger wurde Setra vor Volkswagen, gefolgt von MAN-Nutzfahrzeuge.

Mit durchschnittlich 38 Punkten liegen die untersuchten Nutzfahrzeughersteller über dem Punktemittel aller bislang von ProfNet untersuchten Branchen. Der Nutzen des virtuellen Netzes ist somit grundsätzlich erkannt und auch umgesetzt worden. Dennoch sparen die ProfNet-Internet-Experten nicht mit Kritik. Größtes Verbesserungspotential sehen die Experten auf der sprachlichen Ebene. So bieten 63 Prozent der im Web präsenten Nutzfahrzeughersteller ihre Infos auch in einer englischen Version an, insgesamt 21 Prozent warten mit weiteren Fremdsprachen auf. "Eine Branche, deren Produkte auf allen Straßen Europas rollen, kann es sich einfach nicht leisten, mit einem sprachlich so schmalspurigen Angebot um Marktanteile zu kämpfen", bilanziert Prof. Dr. Franz Peren. Und er legt den Finger in eine weitere Wunde: "Die Kundenorientierung läßt mehr als zu wünschen übrig". So sehen sich Surfer auf der Suche nach Einkaufsmöglichkeiten für Ersatz- oder Verschleißteile weiterhin an Raum und Zeit gebunden, da lediglich vier Prozent der Anbieter electronic commerce ermöglichen.

Einen Minusrekord muß die Branche in puncto Interaktivität hinnehmen. Lediglich drei Punkte hat das ProfNet-Team im Durchschnitt für Interaktivität vergeben. Nur eine Minderheit interessierter Page-Besucher erhält beim Handling Hilfestellung lediglich 8.3 Prozent der im Netz vertretenen Nutzfahrzeughersteller bietet Hilfe-Funktionen an. Nur jeder vierte Hersteller von Omnibussen, Lkw, Anhängern, Sonderfahrzeugen oder Landmaschinen bietet eine Händlerübersicht an, gar nur 8,6 Prozent warten mit Links zu den Händlern auf. Nur etwa jeder Dritte der Branche erleichtert dem potentiellen Kunden die Kontaktaufnahme mittels Wegbeschreibung und Telefon- bzw. e-mail-Verzeichnis. Daß nur jeder Zehnte Anwendungsbeispiele für seine spezifischen Produkte bietet, paßt da beinahe schon ins negative Bild.

"Um den Anschluß an das Internet nicht nur als Medium zur Kommunikation sondern auch für den Vertrieb nicht zu verpassen, ist die Ansprache des Endkunden sowie die sofortige überzeugende Präsenz der Unternehmen zwingend, insbesondere auch der mittelständischen," macht sich Prof. Dr. Peren für einen vor allem kundenorientierten Internet-Auftritt stark. Das ProfNet-Forschungsteam beschränkt sich mit seiner Studie nicht auf die Darstellung des Ist-Zustandes, hat vielmeher kleine Verbesserungspakete geschnürt, liefert Tips und Strategien.